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Mittagsstunde
     
Mittagsstunde hat mich kalt erwischt. Als mir der Roman vorgeschlagen wurde, weil darin ein Thema behandelt wird, mit dem ich mich schon seit Jahren beschäftige – das Aussterben der Landgasthöfe in Schleswig-Holstein – ahnte ich nicht, wie viel mehr darin steckt und wie sehr ich mich persönlich in dem Buch wiederfinden würde. Für mich ist Mittagsstunde in der Genauigkeit der Milieuschilderung und der Zugewandtheit zu den Figuren ein großes Stück deutscher Literatur. Dörte Hansen hat es geschafft, eine Kultur zu definieren, die von den Menschen, die diese Kultur gelebt haben, wahrscheinlich nicht einmal selbst als solche empfunden wird oder besser wurde.
Das so präzise wie Dörte Hansen auf den Punkt zu bringen, ist mir in meiner Arbeit bisher nicht gelungen. Die Latte lag also hoch und die Verfilmung war eine gigantische Aufgabe. Nicht nur weil der Roman keine klassische Dramaturgie anbietet, sondern auch durch die Fülle an Figuren, die verschiedenen Zeitebenen und die großen Themen, die diesen Stoff ausmachen. Kurz vor Drehbeginn habe ich nochmal das Hörbuch, gelesen von Hannelore Hoger, angehört. Satte 20 Stunden dauert es und gibt die emotionale Wucht der Vorlage sehr eindrucksvoll wieder. Ein paar Monate später sind wir jetzt auf meiner Ziellänge, dem fertigen Film in unter zwei Stunden Spielzeit, angekommen. 

Besonders hängen geblieben sind bei mir aber auch die Begegnungen mit den AnwohnerInnen der Dörfer, in denen wir stark befahrene Straßen sperren und wieder in den Zustand von 1965 versetzen konnten. Die Menschen fühlten sich wie wir zurück versetzt in eine Zeit, in der Kinder gefahrlos auf der Straße spielen konnten, sich das dörfliche Leben vor der Haustür abspielte und das Dorf buchstäb- lich wieder auflebte. Und das ist es ja, was Dörte Hansens Roman so spürbar macht: Den Verlust dieser Kultur, dieser Art zu leben, die vom zwischenmenschlichen direkten Austausch geprägt war. Vom Schnack beim Bäcker, auf dem Feld, in der Kneipe. Ich vermute in diesen Momenten spürten die Menschen, die uns bei der Arbeit zugeschaut haben, ebenso wie wir, was da verloren gegangen ist und was sie dafür bekommen haben: Neubaugebiete, große Fernseher, gesichtslose Discountermärkte und LKWs, die den täglichen Spaziergang zur lebensgefährlichen Angelegenheit machen. Regisseur Lars Jessen






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22.09. bis 28.09.2022
 
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Mittagsstunde 
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Erste Filme des
Berliner Weltkinofestivals
     
Mit drei internationalen und viel diskutierten Festivalhighlights aus Tunesien, Chile und den USA stellt das Berliner Weltkinofestival AROUND THE WORLD IN 14 FILMS die ersten Filme seiner 17. Ausgabe vor. Vielfalt, Poesie und Kinomagie sind einmal mehr garantiert, wenn die filmische Weltreise von AROUND THE WORLD IN 14 FILMS in diesem Jahr vom Feigenhain in Tunesien zum Haus am chilenischen Meer bis zum nordamerikanischen Indigenen-Reservat führt:

Mit drei Spielfilmdebüts von vier Frauen aus Tunesien, Chile und den USA stehen die ersten Beträge der 17. Ausgabe des Festivals AROUND THE WORLD IN 14 FILMS fest. Das Weltkinofestival findet vom 1. bis 10. Dezember 2022 im Kino in der KulturBrauerei sowie den Kinos delphi LUX und Neues Off statt. Hauptförderer 2022 ist das Auswärtige Amt. Hauptsponsoren sind Audi City Berlin, ARTE, CineStar und KWK / Karl-Wilhelm Kayser. Erste Filme // Beim diesjährigen Filmfestival in Cannes feierte der Film "Under the Fig Tree" der tunesisch-französischen Regisseurin Erige Sehiri seine Weltpremiere. Der Film begleitet vier junge Menschen bei der Feigenernte in Tunesien. Das mit Laien besetzte Spielfilmdebüt wandelt stilistisch zwischen Fiktion und Dokumentarfilm, wurde u.a. vom World Cinema Fund der Berlinale gefördert und ist Tunesiens Oscar-Einreichung für 2023. "1976" ist das Regiedebüt der chilenischen Schauspielerin Manuela Martelli und wurde bereits auf Festivals in Cannes, Melbourne und London gefeiert sowie in Jerusalem als „Bestes internationales Filmdebüt“ ausgezeichnet.

Das Drama entführt seine Zuschauer*innen in die Zeit der Militärdiktatur unter Augusto Pinochet im Jahr 1976. Der Film zeigt, so Radio France Inter, "wie die Diktatur durch die kleinen Ritzen sickert". Mit "War Pony" (USA), dem Regiedebüt von US-Schauspielerin Riley Keough ("American Honey") und Gina Gammell kommt ein Cannes-Gewinner (Camera d‘Or für das beste Debüt und der "Palm Dog Award") nach Berlin. "War Pony" verknüpft die Geschichten zweier junger Oglala-Lakota-Männer, die im Pine-Ridge-Reservat aufwachsen, und wirft einen Blick auf Lebensrealitäten in einem Indigenen-Reservat. Wie schon bei "Under the Fig Tree" übernehmen auch hier Laiendarsteller*innen die Hauptrollen. Das Festival // Seit 2006 präsentiert das unabhängige Filmfestival AROUND THE WORLD IN 14 FILMS cineastische Höhepunkte des aktuellen Weltkinos als Berlin- und Deutschlandpremieren – in Anwesenheit internationaler Gäste und persönlich vorgestellt von prominenten Pat*innen.

17. AROUND THE WORLD IN 14 FILMS
1. - 10.12.2022
Kino in der KulturBrauerei, delphi LUX, Neues Off
     
    https://14films.de



 
Die Berlinale trauert um
Jean-Luc Godard
     
Die Internationalen Filmfestspiele Berlin trauern um den französisch-schweizerischen Regisseur und Drehbuchautor Jean-Luc Godard. Er gilt als führender Vertreter der Nouvelle Vague und als einer der einflussreichsten und innovativsten Regisseure der Filmgeschichte. Jean-Luc Godard wurde für sein umfassendes Werk vielfach ausgezeichnet. Er war auch mit zahlreichen Filmen Gast der Berlinale: Im Jahr 1965 erhielt er für seinen Film Alphaville den Goldenen Bären. Außerdem gewann er 1960 für À bout de souffle den Silbernen Bären für die Beste Regie und 1961 den Sonderpreis der Jury für Une femme est une femme. Weitere Silberne Bären gingen an Darsteller*innen seiner Filme. „Mit Filmen wie À bout de souffle,Le Mépris und Pierrot le fou prägte Godard das Kino der Sechzigerjahre und hat seither immer wieder das Kino erneuert und die visuelle Erfahrungswelt erweitert.

Jean-Luc Godard inspiriert bis heute weltweit Filmemacher*innen. Im Haus der Kulturen der Welt bot während der Berlinale 2022 die Ausstellung ‚Sentiments, Signes, Passions‘ über Godards filmisches Gedicht Le livre d’image ein beeindruckendes Beispiel seines vielseitigen Schaffens und seiner Auseinandersetzung mit dem Medium Film. Zuletzt konnten wir Godards Gedankenwelt in Mitra Farahanis Dokumentarfilm À vendredi, Robinson auf der Berlinale 2022 erleben“, sagt das Berlinale-Leitungsduo Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian.
     
    https://www.berlinale.de/de/home.html






     
 
Women Make Film –
Perspektiven von 13 Regisseurinnen, 9.9. bis 18.12.2022 im Kino Arsenal
     
Das Filmschaffen von Frauen ist unterrepräsentiert – in der öffentlichen Wahrnehmung, in der Filmgeschichtsschreibung, in den Kinos. Frauen hatten nicht die gleichen Chancen wie Männer, Filme zu drehen, ihre Filme wurden oft übersehen, marginalisiert, vergessen. Women Make Film zeigt Filme von 13 zu wenig bekannten Regisseurinnen aus verschiedenen Weltregionen und Epochen, und kontextualisiert die Vorführungen mit Einführungen, Texten und Diskussionen. Die Regisseurinnen: Gilda de Abreu, Dinara Asanova, Astrid Henning-Jensen, Wanda Jakubowska, Ana Mariscal, Marva Nabili, Sumitra Peries, Maria Plyta, Olga Preobrazhenskaya, Yuliya Solntseva, Vera Stroyeva, Cecile Tang / Tang Shu Shuen, Binka Zhelyazkova   Zudem nehmen wir auf unserer Streamingplattform arsenal 3 Bezug auf das Women Make Film Programm mit dem Film BINKA: TO TELL A STORY ABOUT SILENCE (Bulgarien 2006) von Elka Nikolova. 

https://www.arsenal-berlin.de/kino/filmvorfuehrung/dong-fu-ren-918/
     
     
   

Hommage Marcello Mastroianni, 2.9. bis 16.10. im Kino Arsenal
Marcello Mastroianni (1924–1996) war einer der großen Schauspieler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der in mehr als 150 Filmen seine Wandlungsfähigkeit in den unterschiedlichsten Genres, in leichten Komödien ebenso wie in existentiellen Dramen, zeigte. Das Arsenal präsentiert eine Auswahl von 16 italienischen Produktionen aus den 1950er und 60er Jahren, darunter Filme von Luciano Emmer, Giuseppe De Santis, Alessandro Blasetti, Mario Monicelli, Federico Fellini, Antonio Pietrangeli, Pietro Germi, Michelangelo Antonioni, Elio Petri, Valerio Zurlini, Marco Ferreri und Luchino Visconti.

     
   
     
    Film:ReStored Berlin
21.09.2022 bis 29.09.2022
Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Potsdamer Straße 2 D-10785 Berlin
https://www.deutsche-kinemathek.de/de/




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