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MMEANSMOVIE Filmmagazin Berlin © - Kino, Filmstarts, Festivals und Termine     
 
   
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Coronavirus: Veranstaltungen in Berlin
     
Mit dem Ziel, die Verbreitung des Coronavirus zu hemmen, gelten in Berlin weiterhin Abstands- und Hygieneregeln. Bitte wenden Sie sich bei Fragen zu Veranstaltungen direkt an den entsprechenden Veranstalter oder besuchen die Website des Veranstaltungsortes. Ab dem 4. Juni dürfen Kinos, Theater, Opern- und Konzerthäuser etc. wieder ihre Innenräume für Besucher öffnen. Es gelten die Regeln wie bei den Veranstaltungen.                                          
    https://www.rbb24.de/politik/thema/2020/coronavirus/






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Dickes B
     
Am 9. Juni 2021 um 21:30 Uhr wird das Summer Special der 71. Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnet. Beim Auftakt im eigens für die Berlinale aufgebauten Open Air-Kino auf der historischen Museumsinsel werden die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Prof. Monika Grütters, der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller sowie die Berlinale-Leitung Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian die Gäste begrüßen und zu zwölf Tagen Kinozauber unter freiem Himmel einladen. Im Anschluss an die Eröffnungszeremonie wird der Berlinale Special Gala-Beitrag The Mauritanian von Kevin Macdonald gezeigt. Der Regisseur und die Schauspieler*innen Jodie Foster und Benedict Cumberbatch werden dem Publikum anlässlich der Premiere digitale Grüße übermitteln. Nancy Hollander, die Anwältin von Mohamedou Ould Slahi, auf dessen Geschichte der Film beruht, wird The Mauritanian bei der Eröffnungsveranstaltung persönlich vorstellen.  

Pandemiebedingt hat die Berlinale das Summer Special als reine Open-Air-Veranstaltung fürs Berliner Publikum konzipiert und vom Berliner Senat grünes Licht für ein Pilotprojekt mit Testpflicht erhalten. Das Festival freut sich sehr, dem Publikum so beim Summer Special vom 9. bis 20. Juni in 16 Open Air-Spielstätten 126 Filme präsentieren zu können.

„Nach langer Pause ist es nun endlich wieder möglich, Kino gemeinsam auf der großen Leinwand zu erleben. Wir sind froh, dass trotz der schwierigen Reisebestimmungen viele Filmemacher*innen ihre Anwesenheit in Berlin angekündigt haben, um bei den Premieren ihre Filme dem Publikum persönlich vorzustellen. Wir freuen uns auf viele spannende Abende und tolle Kinoerlebnisse“, so das Leitungsduo der Berlinale, Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian.   Am Eröffnungsabend werden viele prominente Gäste erwartet. Außerdem haben sich zahlreiche Vertreter*innen der deutschen Politik sowie Botschafter*innen angekündigt. Im weiteren Verlauf des Summer Special werden 332 Regisseur*innen und Mitglieder von Filmteams persönlich ihre Filme dem Publikum vorstellen.
     
     
    https://www.berlinale.de/de/home.html



8.Juni

 
Woche der Kritik – Die Gäste des Sommerprogramms
     
Am 8. Juni 2021 um 21:45 Uhr findet am Vorabend der Berlinale ein Woche der Kritik Sommerprogramm im Freiluftkino Hasenheide statt. Gezeigt werden zwei Filme der Online-Ausgabe, die an diesem Abend in eine neue Beziehung gesetzt werden: LETTER FROM YOUR FAR-OFF COUNTRY von Suneil Sanzgiri und FREIZEIT ODER: DAS GEGENTEIL VON NICHTSTUN von Caroline Pitzen.Die beiden Filme eröffnen unter dem Titel „For Future Reference“ eine Debatte über den ästhetischen Zugang zu Zeitgeschichte sowie den Umgang mit politischen Bildern und Texten im Kino. Gemeinsam mit der Berliner Filmemacherin und Videokünstlerin Angelika Levi („Miete essen Seele auf“, „Mein Leben Teil 2“), Orwa Nyrabia (Regisseur, Produzent und Leiter des Internationalen Dokumentarfilmfestivals in Amsterdam) und Caroline Pitzen erörtern wir im Anschluss an die Filmvorführung neue Fragen, die sich in der Neukombination der Filme ergeben: Werden die Bilder von heute erst morgen wichtig? Und welche Bilder von gestern brennen heute am intensivsten nach? Welche Halbwertszeit haben gesellschaftliche Kämpfe und wie können Filme sich zu ihnen ästhetisch positionieren? Wie sieht ein selbstbewusstes Kino der politischen Bilder und Worte aus?

Die Debatte findet auf Englisch statt. Wir möchten Sie bitten, Karten im Vorverkauf zu erwerben, dieser läuft bereits. Es wird nur eine sehr eingeschränkte Abendkasse geben. Weitere Informationen zum Ticketverkauf, zum Contact-Tracing und zum Stand der Corona-bedingten Hygienemaßnahmen finden Sie auf der Webseite des Freiluftkinos Hasenheide.



3.-30.6.

 
Indiekino Club: Begleitprogramm zur Sommerberlinale
     
Vom 9.-20. Juni zeigt die "Sommerberlinale" in den Berliner Open Air-Kinos einen Ausschnitt aus dem diesjährigen Festivalprogramm.

Als Ergänzung - oder auch Alternative - hat der Indiekino Club, das Streaming-Portal der unabhängigen Berliner Kinos, frühere Arbeiten einiger der interessantesten Regisseur*innen des Jahrgangs zusammengestellt. Von Maria Speth (auf der Berlinale vertreten mit der Langzeitdoku "Herr Bachmann und seine Klasse") ist das Porträt „9 Leben“ zu sehen, in dem jugendliche Obdachlose erzählen. Berlinale-Gewinner Radu Jude ist mit seinem vehementen Essay-Film „Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen“ dabei, und Alexandre Koberidze, dessen sonnig daherschlendernde Liebesgeschichte "Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen?" ein Berlinale-Geheimtipp war, ist mit seinem Debüt „Lass den Sommer nie wieder kommen“ vertreten. Auf dem vier Filme umfassenden Programm steht zudem Ramon Zürchers hochgelobtes Debüt „Das merkwürdige Kätzchen“ – nach dem es sieben Jahre dauern sollte, bis Zürcher 2021 seinen langerwarteten zweiten Langfilm "Das Mädchen und die Spinne" auf der diesjährigen Berlinale vorstellen konnte.

Alle Filme sind vom 3.-30.6. im Indiekino Club zu sehen.

Über den Indiekino Club: Anfang des Jahres haben sich zehn Berliner Indiekinos und das Indiekino Berlin Magazin zusammengetan und den Indiekino Club ins Leben gerufen. Der Indiekino Club bringt Streaming und Kino zusammen: Clubmitglieder können auf www.indiekino-club.de ausgewählte Arthouse- und Indie- Filme nach Belieben streamen, und sie erhalten mit ihrer Club-Card ermäßigten Eintritt in allen teilnehmenden Kinos.




12. Juni

 
Premiere zum Welttag gegen Kinderarbeit FATIMA - EIN KURZES LEBEN
     
Anlässlich des Welttags gegen Kinderarbeit wird die Online-Premiere des Dokumentarfilms FATIMA - EIN KURZES LEBEN des Regisseurs Hakim El-Hachoumi am 12. Juni stattfinden. An dem Tag präsentieren wir um 19.00 Uhr ein Online-Live-Gespräch mit dem Regisseur und Barbara Küppers von terre des hommes, bei dem die ZuschauerInnen auch Fragen stellen können. Das Gespräch wird über Zoom stattfinden und übertragen. Der Film wird über unseren VoD-Kanal veröffentlicht:
https://vimeo.com/ondemand/fatimaeinkurzesleben

Auch Kinos, die bereits geöffnet haben, können den Film zu dem Termin zeigen. FATIMA - EIN KURZES LEBEN beleuchtet den Mord an der 14-Jährigen Fatima in Marokko, die in einer reichen Familie als Dienstmädchen arbeiten musste und die dort umkam. FATIMA - EIN KURZES LEBEN Ein Film von Hakim El-Hachoumi Deutschland 2021 - 77min- OmdtUT Der Ausgangspunkt des Films ist der Mord an der 14-Jährigen Fatima in Marokko. Fatima diente einer reichen Familie als Dienstmädchen, bevor sie von ihrer eifersüchtigen Hausherrin umgebracht wurde. Es ist in erster Linie ein Film über den Schmerz, der durch Fatimas Tod ausgelöst wurde. EinSchmerz den viele Familien im ganzen Land teilen. Aus ökonomischer Not schicken sie junge Mädchen in die Städte, wo sie zu Bediensteten der städtischen Mittelschicht werden. Der Film eröffnet einen Blick auf die marokkanische Gesellschaft aus zwei gegensätzlichen Perspektiven, der dörflichen und der städtischen. Zwei Welten, die sich im Alltag nur wenig berühren: jene archaische, karge Welt, aus der die Dienenden stammen, und die Welt der städtischen Aufsteiger. Eine tief gespaltene Gesellschaft mit ihrem konservativ-feudalen Erbe und mit den Verlockungen und Zwängen der Moderne.



 

 
Das Museum für Film und Fernsehen öffnet am 1.6.2021  
     

Die Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen freut sich sehr, die Besucher*innen wieder im Museum willkommen zu heißen. Ab Dienstag, dem 1. Juni laden wir herzlich ein zu einem Besuch der ständigen Ausstellung zur deutschen Film- und Fernsehgeschichte sowie der aktuellen Sonderausstellungen »Du musst Caligari werden!« und »Hautnah – Die Filmkostüme von Barbara Baum«. Beide Ausstellungen konnten dem Publikum aufgrund der pandemiebedingten Schließungen nur für einen kurzen Zeitraum präsentiert werden. Wir freuen uns umso mehr, die Sonderschauen nun mit einer verlängerten Laufzeit bis zum 9. August 2021 zeigen zu können. Tickets erhalten Sie im Online-Shop oder vor Ort im Museum.


http://www.deusche-kinemathek.de/






21. – 27. Juni

 
BERLIN FILM WEEK
     
Festivaleröffnung Open Air mit BEGINNING von Dea Kulumbegashvili
Das Festival eröffnet am 21. Juni mit der Open Air Vorführung von „Beginning“ (Georgien, Frankreich, 2020, 130 min.) im Freiluftkino Silent Green in Berlin-Wedding. Das beeindruckende Debüt von Déa Kulumbegashvili wird erstmalig in Deutschland auf der großen Leinwand zu sehen sein. Der Film markiert die Geburt einer aufregenden neuen Stimme im Kino. In einer verschlafenen Provinzstadt wird eine Gemeinde der Zeugen Jehovas von einer extremistischen Gruppe angegriffen. Mitten in diesem Konflikt steht Yana, die Frau des Gemeindeleiters, deren vertraute Welt langsam um sie herum zerbricht. Nicht einmal in ihrem eigenen Haus ist sie sicher.
 
Am 23. Juni folgt Open Air im Freiluftkino Kreuzberg „First Cow“ (USA, 2019, 122 min.) von Kelly Reichardt. Der gefeierte Film war einer der Höhepunkte des Berlinale Wettbewerbs 2020. Das „Meisterwerk“ (New York Times) erzählt spannend und berührend von kleinen Verbrechen und einer großer Freundschaft im Wilden Westen. 
 
Die gestreamten Festivalbeiträgen sind:
  • Die Deutschlandpremiere von „Mother Schmuckers“ (Belgien, 2021, 70 min.), eine durchgeknallte Gaga-Komödie aus Belgien, feierte ihre Weltpremiere auf dem Sundance Filmfestival. Regie führten die Brüder Lenny und Harpo Guit.
  • „Puppy Love“ (Kanada, 2020, 110 min.) erzählt in eindringlichen Bildern und einem geschmacksicheren Score, zu dem die gegenwärtigen Indie-Heroen Portugal oder The Man die Songs beisteuerten, von Morgan, einem echten Verlierer, dessen Leben erst eine Wendung erfährt, als er eines Tages die Prostituierte Carla aufgabelt.
  • „Apples“ (Griechenland, 2020, 91 min.), Christos Nikous Beitrag für die Filmfestspiele in Venedig 2020. „Apples“ greift das aktuelle Pandemie-Thema auf, nur dass diese Pandemie die Erinnerungen aus den Gedächtnissen der Menschen löscht. Der Film geht Fragen nach der eigenen Identität nach: Sind wir noch derselbe Mensch, wenn wir nicht mehr wissen, was in unserem Leben geschah? Wie viel von dem, was uns ausmacht, ist die Summe unserer Erfahrungen? 
  • „Souad“ (Ägypten, 2021, 96 min.), nominiert für den Panorama Publikumspreis bei der Berlinale, begleitet die 19-jährige Ägypterin Souad bei ihrem Doppelleben. Ihr unbändiger Wunsch, neue Arten von Freiheit zu erforschen, den sie in den sozialen Medien und heimlichen virtuellen Beziehungen mit Männern auslebt, kollidiert immer mehr mit den gesellschaftlichen, religiösen und familiären Erwartungen an sie, die sie als gehorsame Tochter ebenfalls erfüllen möchte. 
  • „The Delta of Bukarest“ (Frankreich, Rumänien, 2020, 92 min.) ist der einzige Dokumentarfilm im Programm und ebenfalls eine Deutschlandpremiere. Eva Pervolovici erzählt vom größten städtischen Sumpf der Welt - in Bukarest auf dem Gebiet des ehemaligen Vacaresti Klosters. Ceauşescu befahl Mitte der 80er Jahre die Zerstörung des Klosters, um auf seinem Gelände einen See zu schaffen. Ceauşescu sollte allerdings die Fertigstellung des Projekts nicht mehr erleben. Tatsächlich gab es auch nie einen See. Dort, wo eigentlich der See sein sollte, entstand über die Jahre ein riesiger Sumpf.
Alle sieben Spielfilme konkurrieren im Wettbewerb um Preise in den Kategorien ‚Bester Film’, ‚Beste Regie’, ‚Bestes Drehbuch’‚ ‚Bestes Schauspiel’ sowie um den Jury Preis. 
 
Die teilnehmenden Kurzfilme der Berlin Film Week, ebenfalls ab 21. Juni auf www.yuzzi.org sind:
  • „As the Crow Flies“ (Dänemark, 2021, 17 min., Regie: Michael Søndergaard) mit einer Weltpremiere
  • „Cell 364“ (Frankreich, Deutschland, 2020, 4 min., Regie: Mathilde Babo und Zoé Rossion) – Dokumentarfilm
  • „Da Yie“ (Ghana, Belgien, 2020, 20 min., Regie: Anthony Nti) 
  • „Easter Eggs“ (Belgien, 2020, 14 min., Regie: Nicolas Keppens) 
  • „Radio Taxi 1991 - Night Shift in Berlin (West)“ / (Deutschland, 2020, 45 min., Regie: Steffen Holzkamp) 
  • „Underground Lovers“ (Italien, Japan, 2020, 4 min., Regie: Marco Molinelli und Gianluigi Toccafondo) 
  • „Witness“ (Iran, Frankreich, 2020, 14 min., Regie: Ali Asgari) 
Die Kurzfilme bewerben sich um den ,Jury Preis‘ sowie den Preis für den ‚Besten Kurzfilm’.
 
Der Ticketverkauf startet am 10. Juni. Online-Tickets können auf  www.berlinfilmweek.com erworben werden und kosten 1,95 Euro pro Film sowie 1,95 Euro für alle sieben Kurzfilme im Paket. Sobald man mit dem Stream beginnt, steht der Film 48 Stunden zur Verfügung. 
 
Die Tickets für die Open Air Vorführungen können über die jeweiligen Kinowebseiten www.silent-green.net bzw. www.freiluftkino-kreuzberg.de bezogen werden.



17.Juni

 
STILLSTEHEN  Online-Kino-Start unter Beteiligung der Kinos
     

Julie (Natalia Belitski) lebt nur nach ihrem eigenen Grundsatz: Nichts tun. Und mit NICHTS meint sie NICHTS: Sie studiert nicht, arbeitet nicht, sie hat keine Freunde. Sie will einfach nur stillstehen. Um sich dem „normalen“ Leben zu entziehen, lässt sich Julie regelmäßig in ihre psychiatrische Wunschklinik einweisen. Hier kennt man sie, hier weiß man wie sie tickt. Dass Julie ohne Gummihandschuhe nicht aus dem Haus geht, oder notfalls auch mal ein Lama aus dem Zoo auf einen Rave entführt, wundert niemanden mehr. Man lässt sie in Ruhe. Das ändert sich schlagartig als sie erfährt, dass ihr Erbe aufgebraucht ist und Agnes (Luisa-Céline Gaffron) in ihr Leben tritt: eine vermeintlich naive Krankenschwester und ihre neue Betreuerin, die stets bemüht ist, alles richtig zu machen. Julie erkennt schnell, dass ihr bisheriges perfektes Nichtstun auf der Kippe steht. Sie fasst einen folgenschweren Entschluss: Um weiterhin stillstehen zu können, muss sie sich bewegen.

STILLSTEHEN mit u.a. Natalia Belitski, Luisa-Céline Gaffron und Jürgen Vogel in einer Gastrolle wird zeitlich exklusiv im Online-Kino ab dem 17. Juni unter www.alleskino.de zu sehen sein. Darüber hinaus wird der Film zusätzlich nach Wiedereröffnung in den Kinos laufen. Die Kinos werden solidarisch an den Einnahmen über den Hilfsfond der Kinowirtschaft beteiligt, analog zu einer Kinokarte



9. bis 30. Juni 2021

 
arsenal 3 Fiktionsbescheinigung. 16 filmische Perspektiven auf Deutschland
     
Mit dem Beginn des Berlinale Summer Specials zeigt das Forum vom 9. bis zum 30. Juni auch sein diesjähriges Zusatzprogramm: Die Film- und Diskussionsreihe "Fiktionsbescheinigung. 16 filmische Perspektiven auf Deutschland".   Die Kurator*innen Enoka Ayemba, Karina Griffith, Jacqueline Nsiah, Biene Pilavci und Can Sungu haben hierfür die Filmauswahl getroffen. Acht Programme aus Lang- und Kurzfilmen vereinen Arbeiten aus vier Jahrzehnten. Die Reihe wird in Kooperation mit SİNEMA TRANSTOPIA ausgerichtet und widmet sich dem Schaffen von Schwarzen Regisseur*innen und Regisseur*innen of Color in Deutschland. Das Forum greift damit in gegenwärtig kontroverse Diskussionen darüber ein, wie Kultur im Allgemeinen, Kino im Besonderen, Gesellschaft und Rassismus zusammenhängen.

Das Forum hegt ein großes Interesse an den kaum ausgeleuchteten Bereichen der Filmgeschichte und sucht stets nach Wegen, über das Zusammenspiel von Kino und Gesellschaft nachzudenken. Im diesjährigen Zusatzprogramm "Fiktionsbescheinigung. 16 filmische Perspektiven auf Deutschland" vereinen sich beide Interessen. Die Reihe ist ein Experiment in geteilter kuratorischer Verantwortung und ein Schlaglicht auf ein zu Unrecht unbekanntes Kapitel deutscher Filmproduktion.

Manche der Filme greifen die Erfahrung von Migration auf, thematisieren sie mal direkt, mal vermittelt, andere nehmen sich die Freiheit, sie gar nicht weiter wichtig zu nehmen. Während Mala Reinhardts DER ZWEITE ANSCHLAG (2018) sich schonungslos mit dem strukturellen Rassismus der Mehrheitsgesellschaft auseinandersetzt und das Versagen der Behörden im Fall des NSU-Terrors anklagt, interessiert sich Visar Morina in EXIL (2020) vor allem für die subkutanen Wirkungen, die die Erfahrung von Rassismus für einen Menschen bedeutet. Sheri Hagens AUF DEN ZWEITEN BLICK (2012) lässt spezifische Schwarze Erfahrungen sichtbar werden, aber nicht als solche, die ein Individuum determinieren.

Die fünf Kurator*innen erläutern ihre Auswahl in einem Statement: „Die Reihe versteht sich als Momentaufnahme in einem selbstbestimmten und fortlaufenden Prozess der Einmischung und des Widerspruchs. Jeder Film ist ein Vorschlag, den weißen deutschen Blick mit vielfältigen, intersektionalen Perspektiven zu parieren, und allen gemein ist eine eigene visuelle und textuelle Praxis der Zeugenschaft von innen, nicht vom Rand.“ (Gesamtes Statement)

Das diskursive Programm – Panels mit Jemma Desai, Olivier Marboeuf und den Kurator*innen, Lectures mit dem Wissenschaftler Kevin B. Lee und der Filmemacherin Biene Pilavci und eine experimentelle interaktive Zoom-Diskussion mit Ömer Alkin, Thelma Buabeng, Hamze Bytyçi, Sun-ju Choi, Djamila Grandits, Sheri Hagen, Mateja Meded und Lima Sayed – findet digital statt.

Das Filmprogramm wird im August im Open-Air-Kino des SİNEMA TRANSTOPIA auf der Leinwand zu sehen sein.

Programm 1

DIE TÜRHÜTER   BRD 1988   Sema Poyraz 
17'
1988 bietet sich in Kreuzberg den türkischen Anwohner*innen nicht nur der Anblick der einen, physischen Mauer. Erfahrungsberichte über gesellschaftliche Schranken treffen auf Kafkas „Vor dem Gesetz“: West-Berlin aus Sicht der Einwander*innen.

BRUDERLAND IST ABGEBRANNT   Deutschland 1992   Angelika Nguyen 
28'
Durch die Wiedervereinigung verloren zehntausende vietnamesische Vertragsarbeiter*innen der DDR ihre Anstellungen. Angelika Nguyens wichtiges Zeitdokument fragt, was aus der beschworenen Solidarität und Brüderlichkeit geworden ist.

SORGE 87   Deutschland 2018   Thanh Nguyen Phuong 
10'
Im sächsischen Werdau lässt man für die Textilfabrik in den 80er Jahren vietnamesische Vertragsarbeiter*innen kommen, die Leben in die Kleinstadt bringen. In animierten Stoffdruckbildern lässt Thanh Nguyen Phuong Erinnerungen an die Zeit wiederaufleben.

Programm 2

OCTAVIA’S VISIONS**   Deutschland 2021   Zara Zandieh 
18'
Ein Blick von 2056 auf die Herausforderungen der 2020er, Umweltzerstörung, Nationalismus und die Nachwirkungen des Kolonialrassismus. Zara Zandieh fragt mit der Schwarzen Science-Fiction-Autorin Octavia Butler: Wie lassen sie sich überwinden?

IN THE NAME OF SCHEHERAZADE ODER DER ERSTE BIERGARTEN IN TEHERAN   Deutschland 2019   Narges Kalhor  
76'
Zügellos verbindet Kalhor die eigene Biographie mit der Figur Scheherazade, bayrische Traditionen mit dem Iran der Gegenwart, Dokumentarisches mit Schichten von Fiktionen. Ein humorvolles Formenspiel über kulturelle Ignoranz und das Erzählen selber.

Programm 3

EXIL**   Deutschland / Belgien / Kosovo 2020   Visar Morina 
121'
Pharmaingenieur Xhafer wird am Arbeitsplatz schikaniert, auch die Beziehung zu seiner Frau verschlechtert sich zusehends. Ein Hochsommer in einer undefinierten deutschen Stadt. Emotionen kochen hoch und die ständige Frage: Ist das Rassismus oder Paranoia?

Programm 4

DER ZWEITE ANSCHLAG   Deutschland 2018   Mala Reinhardt 
62'
Deutschland ist voller Tatorte rassistisch motivierter Morde. Nach dem Verlust der Menschen ist der zweite Anschlag der einer Gesellschaft, die strukturelle Probleme leugnet, Täter deckt. Reinhardt erzählt konsequent aus der Sicht der Angehörigen.

Programm 5

GÖLGE   BRD 1980   Sofoklis Adamidis, Sema Poyraz 
92'
Die 18-jährige Gölge entflieht der Enge ihres Familienalltags durch Tagträume. Sie will Schauspielerin werden, gleichberechtigte Beziehungen führen, sich ausprobieren. Eine Coming-of-Age-Geschichte im Vor-Wende-Kreuzberg.

Programm 6

RISS   Deutschland 2010   Biene Pilavci 
9'
Ein Paar kommt auf dem Nachhauseweg mit einem provozierenden Autofahrer in einen Konflikt. Sie lassen sich aus der Reserve locken – für einen kurzen Moment entsteht ein Riss zwischen ihnen. Finden sie trotzdem wieder zusammen?

AUF DEN ZWEITEN BLICK   Deutschland 2012   Sheri Hagen 
95'
Im winterlichen Berlin finden sechs einsame Menschen zueinander: ein Witwer und eine erblindete Jazzmusikerin, ein Klavierstimmer und ein Kunsthändler, der mit seiner Sexualität hadert, ein Patient und seine Therapeutin, die ihr Augenlicht verliert.

Programm 7

FAKE SOLDIERS   Deutschland 1999   Idrissou Mora-Kpai 
24'
Ende der 90er sind in Deutschland Basketball, Hip-Hop und Breakdance in Mode, und damit auch Afro-Amerikaner. Weniger Coolness hingegen strahlen Tamu und Obi aus – der Erfolg bei den Frauen kommt erst, als sie sich als US-Soldaten ausgeben.

AUSLANDSTOURNEE   Deutschland 1999   Ayşe Polat  
91'
Als ein Jugendfreund des Sängers Zeki stirbt, soll er mit dessen Tochter Şenay die Mutter des Kinds finden. Es entspinnt sich ein Roadtrip durch die türkische Nachtclubszene Europas, der behutsam von Lebensträumen, Familie und Wahlheimat erzählt.

Programm 8

18 MINUTEN ZIVILCOURAGE Deutschland 1991   Rahim Shirmahd 
20'
1987 wurde Kiomar Javadi in Tübingen in einem Supermarkt des Diebstahls beschuldigt und anschließend von einem Angestellten 18 Minuten lang zu Tode gewürgt. Ein Teil der Kleinstadt schreit auf, ein größerer will partout kein rassistisches Motiv erkennen.

BLACK IN THE WESTERN WORLD*   Deutschland 1992   Wanjiru Kinyanjui 
23'
Anfang der 1990er beschäftigt sich die kenianische DFFB-Studentin Wanjiru Kinyanjui damit, wie sich Schwarzsein in Deutschland anfühlt. Rassistisches Material aus der deutschen Alltagskultur trifft auf Gespräche mit Schwarzen Menschen in Europa.

JORDMANNEN (The Earthmen)   Schweden 1980   Muammer Özer 
27'
In Özers hybridem Film steht eine Knetfigur sinnbildlich für das Schicksal von Arbeitsmigrant*innen in einer Wohlstandsgesellschaft. Die Hoffnung auf ein besseres Leben weicht langsam der Erkenntnis, dass Ausbeutung und Entfremdung den Alltag bestimmen.

ZİYARET, BESUCH*   Deutschland 2019   Aykan Safoğlu 
13'
Safoğlus Essayfilm streift in Fotografien mit der kurdischen Feministin Gülşen Aktaş über einen Berliner Friedhof und erzählt von dort ruhenden Aktivist*innen. Ein filmisches Gedenken, das Überlegungen zum Verhältnis von Fotografie und Erinnerung anstellt.

 

*Dieser Film ist Teil der kuratorischen Auswahl, kann aber nicht online gezeigt werden.
**Diese Filme können aus lizenzrechtlichen Gründen nur in Deutschland (OCTAVIA'S VISIONS) bzw. nur in Deutschland und Österreich (EXIL) online abgerufen werden.

 

Die Nutzung von arsenal 3 kostet 11 € pro Monat. Hier können Sie sich informieren und anmelden.




 

 
Die Akademie der Künste öffnet am 17. Juni 2021 mit der Ausstellung „Arbeit am Gedächtnis – Transforming Archives“ wieder ihr Haus am Pariser Platz
     

Mit dem Start der Ausstellung „Arbeit am Gedächtnis – Transforming Archives“ am Donnerstag, den 17. Juni 2021, öffnet die Akademie der Künste wieder ihr Haus am Pariser Platz. 13 Auftragsarbeiten zeitgenössischer Künstler*innen und 15 exemplarisch ausgewählte Exponate aus dem Archiv der Akademie der Künste zeigen, wie sich Künstler*innen mit Gedächtnisspeichern und Erinnerung auseinandersetzen. Die Akademie der Künste reflektiert mit der Schau die Rolle der Künste und ihrer Institutionen in der Erinnerungskultur. Ihr 325-jähriges Bestehen in diesem Jahr nimmt sie zum Anlass, auch ihre eigene Arbeit am kulturellen Gedächtnis neu zu befragen.   Inszeniert in großformativen Rauminstallationen, in Video- und Klang-Arbeiten machen die künstlerischen Positionen die Grammatik von Erinnern und Vergessen sichtbar und stellen Aufbewahrtes in neue Kontexte: Candice Breitz erinnert in einer Videothek aus 1001 versiegelten VHS-Kassetten an die Bewegtbildspeicher einer vergangenen Ära und ihren Einfluss auf das kulturelle Bildgedächtnis. Robert Wilson inszeniert das eigene Bildarchiv seiner kongenialen künstlerischen Partnerin Susushi Hanayagi in einer meditativen Installation, die offenbart, wie sich kulturelles Vermächtnis in die Künste und den Körper einschreibt. Cemile Sahins Filmarbeit stellt die Verlässlichkeit von medialen Erzählverfahren in der Politik des Erinnerns infrage. Eduardo Molinari setzt sein Archiv ein, um die Kontinuitäten von Kolonialverbrechen, Landnahme und Klimawandel in Patagonien herauszustellen. Die Archive der Akademie der Künste dienen als Ressource für die Inszenierungen von Alexander Kluge und Arnold Dreyblatt. Thomas Heise recherchiert zu den internationalen „Korrespondierenden Mitgliedern“ der Akademie der Künste (Ost) zwischen 1950 und 1993 – ein Stück verschütteter Geschichte. Ein Ausstellungssaal ist 15 exemplarisch ausgewählten Objekten und Dokumenten aus dem Archiv der Akademie der Künste gewidmet. Sie zeugen von der Erinnerung als Triebfeder künstlerischen Schaffens und als Medium für die Erkundung der Gegenwart: von Walter Benjamins programmatischem Text Ausgraben und Erinnern, in dem er die Arbeit am Gedächtnis als archäologisches Verfahren beschreibt, bis zum Erinnern als aktivem Prozess, wie in Einar Schleefs Tagebucheintrag deutlich wird: „Erinnern ist Arbeit“.




 

 
Neues Open Air Kino am Schloss Charlottenburg Saisonstart am 8. Juni mit Oscar-Gewinner DER RAUSCH
     

Am 8. Juni eröffnet das neue Open Air Kino in Charlottenburg. Gern senden wir Ihnen heute detaillierte Informationen: Im Ehrenhof des historischen Schlossgeländes in Charlottenburg zeigt die Yorck Kinogruppe in Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und dem deutsch-französischen Kultursender ARTE von Juni bis Ende August in traumhafter Atmosphäre die besten Filme des Jahres Open Air.    Dr. Christian Bräuer, Geschäftsführer der Yorck Kinogruppe: „Endlich können wir wieder Filme auf der großen Leinwand sehen. Und das direkt vor dem prächtigen Schloss Charlottenburg. Wir freuen uns sehr, dass  wir gemeinsam mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg an diesem wunderbaren Platz unser Angebot unter freiem Himmel erweitern können und endlich auch all die Werke zeigen können, die schon lange auf den Kinostart warten.“  Wie am Kulturforum werden hier jeden Abend eine große Leinwand und die beliebten Liegestühle aufgebaut, ergänzt um bequeme Konzertbestuhlung. Mit den derzeit geltenden Abstandsregeln entstehen so ca. 500 Plätze, bis zu 1000 Plätze sind es unter Nicht-Corona-Bedingungen. Die lauen Sommerabende werden mit dem vielfach ausgezeichneten Programm des Berliner Arthouse-Verbundes gefüllt. So steht eine Mischung aus anspruchsvollem Independent-Kino, internationalen Komödien, Festivalgewinnern und Dokumentationen auf dem Spielplan - an ausgewählten Terminen mit Besuchen von Darstellern und Filmteams. Martina Miesler, Direktorin der Abteilung Bildung und Marketing, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg: "Wir freuen uns darauf, möglichst viele Gäste zum Schloss Charlottenburg einzuladen, diesen wunderbaren historischen Ort, der einen Sommer lang auch abends für ganz großes Kino sorgen wird.“




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