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MMEANSMOVIE Filmmagazin Berlin © - Kino, Filmstarts, Festivals und Termine     
 
 


   
 
 
59. Internationale Filmfestspiele Berlin (05. - 15.02.2009) 


  MMM Berlinale
 
    Die Wirklichkeit hat die Fiktion eingeholt

Für die diesjährige Berlinale sind 6000 Filme eingereicht worden, 1000 mehr als noch vor einem Jahr. 386 Filme, darunter 60 deutsche Produktionen, sind diesmal im öffentlichen Programm in insgesamt 1268 Vorführungen zu sehen. Einen großen Anteil nehmen sektionenübergreifend, die Dokumentarfilm ein. Aber auch viele Spielfilme würden durch die Realität quasi zum Dokumentarfilm. Filmemacher ahnen seismographisch die Zeichen der Zeit voraus. "Die Wirklichkeit", so Kosslick, "hat die Realität eingeholt".
Der Eröffnungsfilm "The International", von Tom Tykwers, handelt von einem Interpol Agenten, der gegen eine Bank ermittelt. Kommt einem irgendwie bekannt vor, aber eben eher aus den aktuellen Nachrichten... 

Erstmals laufen auch im Friedrichstadtpalast Filme – darunter einer, den Dieter Kosslick sehr empfiehlt. „Food, Inc.“ "Ich denke nicht, dass ich allein auf dem roten Teppich herumstehen muss", sagte Dieter Kosslick, bei der Vorstellung des Programms. Unter anderem haben Kate Winslet,Jeff Goldblum, Renée Zellweger, Michelle Pfeiffer, Willem Dafoe, Michel Piccoli, Steve Martin, Gael Garcia Bernal, Demi Moore, Keanu Reeves und Clive Owen zugesagt.
 
   Wettbewerbsprogramm

Im Wettbewerbsprogramm der 59. Internationalen Filmfestspiele Berlin werden 26 Filme gezeigt, 18 davon konkurrieren im Berlinale Palast um den Goldenen und die Silbernen Bären. Das offizielle Programm wird zudem durch die Reihe Berlinale Special ergänzt. Unter den 18 Filmen im Wettbewerb gibt es 14 Weltpremieren, im gesamten Wettbewerbsprogramm sind es 17 Weltpremieren. Es sind 18 Länder vertreten. Ins diesjährige Berlinale Special sind 15 Filme eingeladen, davon 10 Weltpremieren.


Cheri Alle Anderen My One And Only Mammoth


Wir freuen uns, die neuen Filme namhafter Regisseure und spannender junger Filmemacher zu präsentieren“, sagt Festivaldirektor Dieter Kosslick. „Viele der bisher ausgewählten Filme beschäftigen sich mit der globalisierten Welt und den Auswirkungen auf den privaten Lebensbereich. Sie erzählen von bedeutsamen Begegnungen, Widerstand und traumatischen Erlebnissen. Internationale Krisen spiegeln sich in den Filmen wider, aber auch die Hoffnung, dass eine bessere Welt möglich ist. Außerdem wird der Pink Panther mit Humor die Welt zum Ende des Festivals wieder retten.“ 


   Perspektive Deutsches Kino


Nachdem im letzten Jahr die großen Themen der Gesellschaft in exemplarischen Geschichten erzählt und so originell wie mutig verhandelt wurden, geht das jüngste deutsche Kino diesmal den umgekehrten Weg. Scheinbar private Geschichten und Probleme wecken in den verschiedensten filmischen Formen öffentliches Interesse“, kündigt der Leiter der Perspektive Deutsches Kino, Alfred Holighaus, die diesjährige Auswahl an, für die bislang sechs Produktionen bestätigt sind.
 
So ist für die Hauptfigur in Distanz von Thomas Sieben das ganze Leben eine einzige Privatsphäre. Dabei taugt das, was er tut, für öffentliche Aufregung wie kaum etwas anderes, weil es die öffentliche Sicherheit bedroht wie kaum etwas anderes. Und dieses beängstigende Gefüge kann seinerseits nur durch die Gefühle einer Frau ins Wanken geraten. Die Hauptdarsteller sind Ken Duken, der übrigens neben Norbert Kneißl auch als Produzent fungiert, und Franziska Weisz. Distanz wird am 6. Februar die Perspektive Deutsches Kino eröffnen.


   Panorama


"Das Panorama präsentiert in diesem Jahr 17 Spielfilme im Hauptprogramm, 15 im Panorama Special und 16 in der Reihe Panorama Dokumente. Fünf kurze Vorfilme ergänzen Themen in Langfilmen. 35 Filme sind Weltpremieren, 13 sind Erstlingswerke. Als Celebration Presentations - 30 Jahre Programm werden fünf Filme gezeigt. Zu 10 Jahre PanoramaPublikumsPreis PPP kommen alle Gewinner der letzen zehn Jahre zur Wiederaufführung. Eröffnungsfilme Das Panorama Hauptprogramm eröffnet am 5. Februar mit der französischen Produktion Human Zoo der dänischen Regisseurin Rie Rasmussen. In ihrem Spielfilm-Debüt spielt sie eine junge Frau, die zusammen mit einem Deserteur den Gräueln der Balkankrise entkommt. Panorama Special eröffnet am 6. Februar mit Nord, dem Erstling des Norwegers Rune Denstad Langlo. Mit feinem Gespür für das Komische im Tragischen erzählt er von der Suche eines Mannes nach seinem Söhnchen im eisigen Norden. Panorama Dokumente zeigt am 6. Februar zwei Filme, die Themen des diesjährigen Gesamtfestivals behandeln: Globalisierungsanalyse und Globalisierungsauswirkungen, sowie Perspektiven auf Kashmir, Pakistan, Kabul.
 
Unter anderem stellt José Padilha, Gewinner des Goldenen Bären 2008 für Tropa de elite, seinen Dokumentarfilm Garapa vor, der die Frage des Welthungers radikal in den Vordergrund stellt. Chema Rodríguez, 2006 mit Estrellas de la linea im Panorama, zeigt in Coyote die Arbeit von Schleppern in Südamerika. Er erzählt die Geschichte dreier Familien, die alle Hoffnung auf fluchtwillige Familienmitglieder setzen, die durch Mexiko in die USA gelangen sollen.


Claustrophobia Der Knochenmann Sólo quiero caminar Strella


Im indonesischen Beitrag At Stake stellen sich fünf junge Regisseure und Regisseurinnen den herrschenden Moralvorstellungen im größten islamischen Land: die Themen reichen von weiblicher Beschneidung bis zum Konflikt um den Besuch von unverheirateten Frauen beim Frauenarzt.
 
Unter den Spielfilmen gibt es neben renommierten Namen wie Wolfgang Murnberger, Tom DiCillo, Julie Delpy und Ulli Lommel viele Entdeckungen. Isabelle Adjani spielt unter der Regie von Jean-Paul Lilienfeld in La journee de la jupe eine Lehrerin in gewalttätigem Umfeld, die den Spieß herumdreht. Jan Krüger, dessen Kurzfilm Freunde 2001 den Silbernen Löwen von Venedig gewann, erzählt mit Rückenwind eine postemanzipatorische Liebesgeschichte im Umland von Berlin, während Schauspielerin Rie Rasmussen (Hauptdarstellerin in Angel-A von Luc Besson) in ihrem Regie-Debüt Human Zoo die düstere After-Party einer jungen Frau in Paris schildert, die den Gräueln der Balkankrise entkommen ist.
 
Das Panorama 2009 hat einen Grund zu feiern: "30 Jahre Programm!" - 1980 wurde die Sektion unter der Leitung von Manfred Salzgeber (noch unter dem Namen "Info-Schau") erstmalig präsentiert. Einige Film-Spezialitäten zur Feier, sowie das komplette Panorama-Programm 2009 werden in Kürze bekanntgegeben.


   Forum


Kino im Nahbereich - Selbstbewusster Auftritt junger Independent Filmer im Forum

Das 39. Forum der Berlinale zeigt insgesamt 48 Filme aus 31 Produktionsländern. „Einmal um die Welt“ ist dabei aber kein Zählergebnis, sondern steht für die mannigfaltigen Bezüge zwischen den Filmen, die es zu entdecken gibt, ihre oft geteilten Anliegen und verwandten Vorstellungswelten, aber auch ihre Gegensätze und Spiegelungen. Elf Filme sind Debüts, 25 Filme werden als Weltpremieren, zwölf als internationale Premieren gezeigt. Das deutsche Filmschaffen ist in diesem Programm mit fünf Arbeiten vertreten: dokumentarische Filme von Hans-Christian Schmid, Ulrike Ottinger, Harun Farocki und Thomas Heise und der neue Spielfilm von Sebastian Schipper – ein erfreulich vielfältiges Bild.
Zu den schönsten Entdeckungen im Forum 2009 gehören die Vielfalt und das Selbstbewusstsein des nachwachsenden Independent-Kinos. Nach einem Jahr globaler Krisen, wirtschaftlicher Instabilität und militärischer Konflikte begegnet man einem Filmjahrgang, der durch genaues Hinsehen, den Bezug auf selbst Erlebtes und ein erstaunliches Vertrauen in die eigene Filmsprache überrascht.

Ching yan Die koreanische Hochzeitstruhe Letters to the President Soul Power


Bei aller Individualität verbindet die jungen Filmemacher aber die Bereitschaft, ihr Medium als Herausforderung anzusehen, statt voreilig auf seine Universalität zu setzen – Independent-Kino im besten Sinne. Im einmal mehr weltumspannenden Forum stehen Filme aus Korea, den USA, Rumänien und den Niederlanden exemplarisch für die Lust, Geschichten aus dem sozialen und emotionalen Nahbereich zu erzählen. Diese Filme erforschen vertrautes Terrain und entdecken im sicheren Boden feine Risse und Brüche, die den „kleinen Geschichten“ existenzielle Dringlichkeit geben. Viele der Filme sind Debüts, die meisten werden als Weltpremieren gezeigt, was ihre Aktualität noch unterstreicht.

   Retrospektive 70 mm – „Bigger than Life“

Die Retrospektive der 59. Internationalen Filmfestspiele Berlin widmet sich mit dem Filmformat „70 mm“ der einzigartigen Bildgewalt des Breitfilms.
 
Doppelt so breit wie der 35-mm-Standardfilm ist er das adäquate Format für große Leinwandepen und Kolossalfilme, Abenteuerfilme und Western, für Musicals und Science-Fiction – für grandiose Landschaftspanoramen ebenso wie für bestechend schöne, intime Nahaufnahmen. Zur Feinkörnigkeit, Schärfe und Farbgüte der großformatigen Aufnahmen gesellt sich die überwältigende Qualität des Tons. Im Zuge der wirtschaftlichen Krise Hollywoods Mitte der 1950er Jahre war der 70-mm-Film vor allem als technische Innovation von Bedeutung, mit der das Fernsehen nicht konkurrieren konnte, da der Breitfilm mit seiner optischen und akustischen Brillanz nur im Kino voll zur Geltung kommt. Die Berlinale-Retrospektive konzentriert sich auf die „echten“ 70-mm-Filme, die auf 65 mm oder 70 mm breiten Negativfilm aufgenommen wurden und auf 70 mm breitem Positivfilm ins Kino gekommen sind.
 
„Die Retrospektive ist auch eine Hommage an die großen Filmpaläste, von denen heutzutage nur noch wenige existieren. Deshalb freuen wir uns besonders über das Kino International als Spielort, das 1963 als drittes 70mm-Kino in der DDR eröffnet wurde. Und ebenso über die vielen neuen Kopien, die dank der Restaurierungen einiger großer Studios wieder im originalen Format vorliegen", kommentiert Rainer Rother, Leiter der Retrospektive.


   Generation


Erstmals ein Dokumentarfilm im Wettbewerb Kplus

In der heutigen Zeit aufzuwachsen, kann gefährlich sein“, sagt Sektionsleiterin Maryanne Redpath mit Blick auf das diesjährige Programm von Generation. „Längst nicht alle Abenteuer sind dabei von äußerlicher Natur. Die Konflikte finden immer öfter im Kopf statt und können dort mindestens genauso viel Unruhe stiften.“ 27 Langfilme aus 25 Ländern wurden für Kplus und 14plus ausgewählt, darunter zehn Weltpremieren. Außerdem treten 30 Kurzfilme in den beiden Wettbewerben um die Gläsernen Bären an. Der Wettbewerb Generation Kplus wird am 6. Februar im Zoo Palast mit Lippels Traum (Lippel’s Dream, Lars Büchel) eröffnet. Und noch ein weiterer deutscher Spielfilm feiert seine Weltpremiere bei Kplus: Die deutsch-schwedische Koproduktion Die Stimme des Adlers (The Eagle Hunter’s Son, René Bo Hansen) entführt in die mongolische Steppe und erzählt in atemberaubenden Panoramen vom ungewöhnlichen Erwachsenwerden eines jungen Adlerjägers. Generation 14plus eröffnet am 6. Februar mit dem britischen Film Unmade Beds. Das Premierenpublikum im Kino Babylon erwarten intime Einblicke in ein von jungen Künstlern und Lebenskünstlern besetztes Lagerhaus im East End von London. Regisseur Alexis Dos Santos (Glue) kommt seinen Charakteren derart nah, als hätte er selbst ein Zimmer in der Wohngemeinschaft bezogen.

Cherrybomb Die Stimme des Adlers Five Miles Out Max Pinlig


„Jahr für Jahr blicken mehr Filmemacher durch die Augen junger Menschen auf das Weltgeschehen. Es geht auf Vatersuche im Hinterland Chinas, auf multimediale Wanderung mit einem Jugendlichen, der ‚on camera’ Selbstmord begehen will, oder auf Entdeckungsreisen der Liebe in Taipeh“, kommentiert Maryanne Redpath das Themenspektrum der bisherigen 14plus-Auswahl.

   Berlinale Shorts


28 eigenwillige, verstörende oder versöhnliche Blicke auf die Welt

Eine hochkarätig besetzte internationale Jury mit der Schauspielerin Arta Dombroshi aus dem Kosovo, dem Direktor der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, Lars Henrik Gass, und dem philippinischen Regisseur Khavn De La Cruz wird 2009 über die Preise in der Kurzfilmsektion der Berlinale entscheiden. Die Berlinale Shorts präsentieren 28 Filme aus 17 Ländern, elf Filme davon konkurrieren im Wettbewerb um die Vergabe des Goldenen und des Silbernen Kurzfilm-Bären. Das gesamte Programm qualifiziert sich für den DAAD Kurzfilmpreis und die Nominierung für den besten europäischen Kurzfilm. Die Preisverleihung findet am 10. Februar im CinemaxX3 statt und wird von Markus Kavka moderiert.

   Sonderreihe Berlinale


„Winter adé – Filmische Vorboten der Wende“

Im Herbst 2009 jähren sich die friedliche Revolution und der Fall der Berliner Mauer zum 20. Mal. Aus diesem Anlass initiierte die Kulturstiftung des Bundes gemeinsam mit der Deutschen Kinemathek die Filmreihe „Winter adé – Filmische Vorboten der Wende“, die auf den 59. Internationalen Filmfestspielen Berlin vorgestellt wird.
 
„Winter adé“ präsentiert in fünfzehn abendfüllenden Programmen deutsche und osteuropäische Filme, die im letzten Jahrzehnt des Kalten Krieges entstanden sind – und in denen sich die Ahnung des bevorstehenden, tief greifenden Wandels bereits abzeichnet. Teils sind die Filme in den offiziellen Studios Bulgariens, Polens, Rumäniens, Ungarns, der DDR, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei entstanden. Andere wurden in den Randbereichen des Kinos oder im künstlerischen Untergrund realisiert. Die von Claus Löser kuratierte Auswahl an Spiel-, Dokumentar-, Animations-, Kurz- und Experimentalfilmen bezieht große Namen der Filmgeschichte – Krzysztof Kieslowski, Jan Švankmajer – ebenso ein wie Arbeiten weniger bekannter Filmemacherinnen und Filmemacher. In ihren Werken formuliert sich die Hoffnung auf politische oder wirtschaftliche, vor allem aber auf künstlerische Öffnung. Jeder der Filme hat auf formale oder inhaltliche Weise Grenzen erweitert und durch seine mutige Artikulation Veränderungsbedarf eingeklagt.

   TEDDY


Der TEDDY AWARD, feste Institution der Internationalen Filmfestspiele Berlin, wird am 13. Februar 2009 in den Kategorien Kurz-, Dokumentar-, und Spielfilm vergeben. Der Kartenvorverkauf für den weltweit wichtigsten queeren Filmpreis hat begonnen. Auszeichung für Joe Dallesandro zum 60. Geburtstag Der diesjährige Special TEDDY-Award wird an Joe Dallesandro verliehen, der in den 70er Jahren als Warhol-Muse zur sexuellen Ikone einer ganzen Generation wurde. Die Filme von Andy Warhol, Paul Morrissey oder Serge Gainsbourg´s Je T´Aime Moi Non Plus (1975) machten Dallesandro legendär. Wieland Speck, Leiter der Berlinale-Sektion Panorama und Vorsitzender des Vereins TEDDY e.V., erinnert sich: „Dallesandro war zu der Zeit nicht nur der schönste Mann seiner medialen Generation, sondern bot seine erotische Anziehungskraft an und hat sich bewusst objektivieren lassen. Er hat eine physische Erscheinung, derer man nie müde wird zuzusehen. Das gilt für das bewegte Bild genau so wie für Fotos – und für Männer wie Frauen.“ Auch der amerikanische Regisseur John Waters schwärmt: „A wonderful actor who forever changed male sexuality on the screen“. Zwei Wochen vor der Verleihung feiert Joe Dallesandro seinen 60. Geburtstag. Nach Berlin kommt er in Begleitung seiner Tochter Vedra.

   Berlinale Talent Campus 7. - 12. Februar


Suddenly, It All Happened - The turning point in close-up -

Der Berlinale Talent Campus 2009 steht unter dem Thema: „Suddenly, It All Happened - The turning point in close-up”. Storytelling, das Erzählen von Geschichten, ist eine der zentralen Säulen erfolgreichen Filmschaffens und so alt wie die Menschheit selbst. Das Geschichtenerzählen verbindet seit jeher Menschen und ihre Kulturen. Als kommunikatives Mittel wird es genutzt, um andere zu beeindrucken, zu verführen, zu überzeugen, aber auch zu manipulieren, Dinge zu erklären oder Menschen und Geschehnisse vor dem Vergessen zu bewahren. Erfolgreiche Filme und fesselnde Erzählungen leben von Wendepunkten, Ereignissen, die der Handlung eine neue, entscheidende Richtung geben. Diese Turning Points können das Filmerlebnis zu einer einzigartigen, überwältigenden Erfahrung machen. Doch sie sind nicht nur für die Entwicklung eines gelungenen Plots verantwortlich, sondern spielen auf allen Ebenen des Filmemachens eine zentrale Rolle. Ob Schauspieler, Kameraleute, Cutter oder Komponisten – sie alle sehen sich mit Wendepunkten im kreativen Prozess konfrontiert und müssen sich mit ihren Wirkungsweisen auseinandersetzen. Der Berlinale Talent Campus, für manche Teilnehmer bereits selbst ein Wendepunkt in ihrer Karriere, rückt in 2009 die Turning Points als treibende Kraft des Filmschaffens in seinen Fokus und wird ihr faszinierendes Wirken in all seinen Facetten beleuchten.

   European Film Market 2009


Der European Film Market (EFM) der Berlinale, der erste internationale Filmmarkt des Jahres 2009, gilt als Stimmungsbarometer in der internationalen Filmindustrie. Trotz der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation zeigt sich EFM-Direktorin Beki Probst mit den aktuellen Entwicklungen zufrieden: „Wir freuen uns sehr über ausgebuchte Ausstellungsflächen in unseren beiden EFM Locations. Vor allem aus Europa sind die Anmeldungen der Verkäufer und Einkäufer derzeit stabil.“
Einen erweiterten Service bietet die Einführung von E-Cinema: alle digitalen und Video-Filme werden in einheitliche Dateien umgewandelt und von Servern abgespielt. Ein Service, der es ermöglicht, mehr Formate zu zeigen und der eine größere Sicherheit bei den Vorführungen garantiert.


     Zelluloid meets Pixel - E-Cinema-Server beim Festival


Die 2004 eingeleitete Digitalisierung der Berlinale macht ab 2009 einen weiteren großen Schritt: 29 von insgesamt 49 Leinwänden werden für das kommende Festival mit digitalen Kinoservern ausgestattet. Hierdurch wird für alle digital verfügbaren Filme des Festivals und des European Film Markets eine einheitliche technische Grundlage geschaffen. Für die digitalen Vorführungen des Wettbewerbs werden weiterhin ausschließlich D-Cinema Systeme eingesetzt.
 
2008 gab es im Festivalprogramm und auf dem European Film Market fast 400 Filme auf unterschiedlichen Videoformaten.
 
Die Tübinger „Bewegte Bilder Medien AG“ stattet die Kinosäle für das Festival mit digitalen Kinoservern aus und hat in der Filmverwaltung der Berlinale ein Encoding-Studio mit drei Mastering-Stationen und einem zentralen Videoserver eingerichtet. Dort werden zukünftig alle Filme des Festivals, die nicht auf herkömmlichem Filmmaterial oder bereits als fertiges D-Cinema Package angeliefert werden, digitalisiert und gespeichert. Während des Festivals werden die Filmdateien dann von diesem Speicher aus mithilfe von Festplatten in die Kinos gebracht und in die Kinoserver eingespielt. Vom Zeitpunkt des Encodings an liegen die Filmdateien nur noch in verschlüsselter Form vor und sind dadurch vor unbefugtem Zugriff geschützt.
 
Auch für die Produzenten bringt die neue Technik einen zusätzlichen Nutzen: Filme müssen nicht mehr wie bisher in das europäische PAL-Format konvertiert werden, um auf dem Festival präsentiert werden zu können.
 
„Die neuen Abspielmöglichkeiten sind wichtig für die Berlinale, denn dem digitalen Kino gehört die Zukunft. Gleichzeitig möchten wir aber auch an das filmhistorische Vermächtnis erinnern und zeigen das Format 70-mm- Breitbandfilm in der diesjährigen Retrospektive. Zelluloid meets Pixel“, sagt Festivaldirektor Dieter Kosslick.

     Kulinarisches Kino


Am 8. Februar 2009 um 15:00 Uhr eröffnet der Dokumentarfilm Food, Inc. als Berlinale Special das Kulinarische Kino der 59. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Diese besondere Filmpremiere wird im Friedrichstadtpalast stattfinden und mit einer anschließenden hochkarätigen Diskussionsrunde und einem kulinarischen Genuss abgerundet. In kraftvollen Bildern zeigen Produzent und Regisseur Robert Kenner und die investigativen Protagonisten Eric Schlosser (Drehbuchautor von Fast Food Nation) und Michael Pollan (Autor von „The Omnivore’s Dilemma“) in Food, Inc. die Abgründe der Nahrungsmittelindustrie, die dem Verbraucher im Konsens mit Regierungsstellen verheimlicht werden. Fleisch für jedermann, unendlich viele Eier, Gemüse, das nicht gammelt, auf der einen Seite - auf der anderen Seite neue Krankheiten, Hungerrevolten und grenzenlose Umweltverschmutzung.
Nach der Vorführung von Food, Inc. findet im Friedrichstadtpalast eine Diskussionsrunde mit dem Regisseur Robert Kenner, dem Co-Produzenten Eric Schlosser und Michael Pollan sowie deutschen Food-Experten statt. Zum Abschluss wird der Berliner Sternekoch Tim Raue (Ma Restaurants) die Zuschauer mit einer köstlichen kulinarischen Alternative zu Food, Inc. verwöhnen. „Der Film ist großartig. Er weist auf die eklatanten Mängel im industrialisierten System hin, versäumt aber nicht Alternativen zu zeigen, die in frischen Lebensmitteln bestehen. Ich wollte bei der Premiere unbedingt dabei sein und habe mir dazu etwas einfallen lassen: Stew von Kürbis, Möhre und Ingwer mit Winterkräutern“, sagt Tim Raue. Für die Veranstaltung Food, Inc. inklusive Diskussionsrunde und kulinarischem Highlight beginnt der Vorverkauf bereits am 15. Dezember 2008: online über www.berlinale.de sowie an allen Theatervorverkaufskassen. Preis: 15,- € (zzgl. Gebühr).


   Links

http://www.berlinale.de/
http://www.berlinale-talentcampus.de
Internationale Forum des Jungen Films
http://www.teddyaward.org/
junge Journalisten 2009
   
http://de.wikipedia.org/wiki/Berlinale
   
Rundfunk Berlin-Brandenburg | Berlinale 2009
3sat.online - Berlinale
ARTE  Berlinale 2009
   
Berlinale Blog   JButtgereit  .epd-film.de
festivalblog.com/
blogpiloten.de/2009/   deutsche-welle
berlinaleblog.com/   moviereporter.net/
filmkritik.typolis.net/tags/berlinale
keinblutrot.wordpress.com/
artechock.de/
filmtagebuch.blogger.de/
   
Interview mit Kosslick, Speck, Terhechte "Da kannst du’s echt krachen lassen"   Tagesspiegel 02.02.2009
Interview mit Tom Tykwer: „Mit Wirtschaftsleuten halte ich locker mit“  Tagesspiegel 05.02.2009
Die Berlinale ist so deutsch wie lange nicht mehr Von Hanns-Georg Rodek  Die Welt  04.02. 2009
Protest Mahlzeit  Von Susan Vahabzadeh  Süddeutsche Zeitung  04.02.2009
   
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